Wie viel Zeit verbringen die Einwohner der Türkei im Internet
Die Einwohner der Türkei verbringen durchschnittlich mehr als sieben Stunden pro Tag im Internet, was auf das rasante Wachstum des digitalen Ökosystems des Landes hinweist. Dies geht aus dem Bericht We Are Social 2025 sowie aus den Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) und der Behörde für Informations- und Kommunikationstechnologien (BTK) hervor.
Laut der Studie beträgt die durchschnittliche tägliche Internetnutzung 7 Stunden und 13 Minuten, davon entfallen 4 Stunden und 4 Minuten auf mobile Geräte. Gleichzeitig stammen 76,6% des gesamten Internetverkehrs von mobilen Plattformen.
Soziale Netzwerke und mobile Kommunikation
Die Nutzer sozialer Netzwerke in der Türkei verbringen im Durchschnitt 25 Stunden und 4 Minuten pro Woche in sozialen Netzwerken. Im Oktober 2025 gab es in der Türkei etwa 62,3 Millionen aktive Nutzer sozialer Netzwerke, was 70,9% der Bevölkerung und 80,4% aller Internetnutzer entspricht.
Angesichts einer Bevölkerung von fast 86 Millionen wächst die digitale Vernetzung weiterhin rasant. Im dritten Quartal des vergangenen Jahres erreichte die Zahl der Mobilfunkabonnenten 99,1 Millionen und überstieg damit die Gesamtbevölkerung des Landes.
Instagram bleibt die führende Social-Media-Plattform mit 62,3 Millionen Nutzern, gefolgt von YouTube (57,9 Millionen). Die Nutzeraktivität verteilt sich wie folgt:
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Instagram — 89,5%
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WhatsApp — 88,9%
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YouTube — 78%
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Facebook — 68,6%
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X — 58,7%
Der Hauptzweck des Internetzugangs bleibt Informationssuche, wie 71,6% der Nutzer angeben. Die meistbesuchte Website in der Türkei ist Google, und die beliebteste Suchanfrage ist hava durumu (Wettervorhersage).
Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit
Der Minister für Verkehr und Infrastruktur Abdulkadir Uraloğlu erklärte, dass die rasche Ausbreitung digitaler Plattformen die Risiken im Zusammenhang mit Datenschutz und Datensicherheit erhöht habe. Seiner Aussage nach werden großflächige Datenerfassung, biometrische Überwachung und IoT-Technologien oft ohne ausdrückliche Zustimmung der Nutzer angewendet, was sowohl die Privatsphäre als auch die nationale Sicherheit gefährdet. Der Minister forderte strengere gesetzliche Regelungen in diesem Bereich.
Neue Maßnahmen zum Schutz von Kindern in der digitalen Umgebung
Gleichzeitig hat das Ministerium für Familie und Soziale Dienste der Türkei ein Maßnahmenpaket zum Schutz von Kindern vor den negativen Auswirkungen des Internets und sozialer Netzwerke entwickelt. Dies berichtet Haber Global.
Laut der Initiative dürfen Kinder unter 15 Jahren keine Social-Media-Konten erstellen, selbst mit Zustimmung der Eltern. Sie dürfen nur auf altersgerechte digitale Spiele zugreifen. Für Spiele wird ein Altersbewertungssystem ohne generelles Altersverbot eingeführt.
Es ist auch vorgesehen, spezielle Regeln für die Altersprüfung der Nutzer einzuführen, Mechanismen der elterlichen Kontrolle auszuweiten und Plattformen zu verpflichten, ein wirksames elektronisches Beschwerdesystem für die Meldung illegaler oder schädlicher Inhalte einzurichten.
Gesetzesänderungen werden dem Parlament vorgelegt
Abgeordnete der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK Parti) planen, in den kommenden Tagen ein groß angelegtes Gesetzesvorhaben dem Großen Nationalen Parlament der Türkei vorzulegen. Das Dokument sieht eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs sowie neue Einschränkungen für Kinder in sozialen Netzwerken vor.
Der Gesetzentwurf wurde unter der Leitung des Fraktionsvorsitzenden Abdullah Güler und seiner Stellvertreterin Leyla Şahin Usta entwickelt. Die Ministerin für Familie und Soziale Dienste Mahnur Özdemir Göktash hat den entsprechenden Bericht bereits bei einer Sitzung des Zentralen Exekutivkomitees der Partei vorgestellt.
Die Behörden betonen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen sowohl der Unterstützung berufstätiger Frauen als auch der Schaffung einer sichereren digitalen Umgebung für Kinder dienen.
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