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Türkei plant Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs auf 24 Wochen

In der Türkei wird eine umfassende gesetzliche Änderung vorbereitet, die Millionen von Bürgern betreffen wird. Abgeordnete der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK Parti) wollen in den kommenden Tagen einen Gesetzentwurf beim Präsidenten der Großen Nationalversammlung einbringen. Der Entwurf sieht eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs sowie neue Einschränkungen für Kinder in sozialen Netzwerken vor.

In der Türkei wird eine umfassende gesetzliche Änderung vorbereitet, die Millionen von Bürgern betreffen wird. Abgeordnete der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AK Parti) wollen in den kommenden Tagen einen Gesetzentwurf beim Präsidenten der Großen Nationalversammlung einbringen. Der Entwurf sieht eine Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs sowie neue Einschränkungen für Kinder in sozialen Netzwerken vor.

Mutterschaftsurlaub soll auf 24 Wochen verlängert werden

Dem Gesetzentwurf zufolge soll der Mutterschaftsurlaub von 16 auf 24 Wochen verlängert werden. Die neuen Regelungen gelten für Frauen in allen Beschäftigungsbereichen:

  • Beamte

  • Beschäftigte im privaten Sektor

  • Militärangehörige

  • Richter und Staatsanwälte

  • Mitarbeiter staatlicher Unternehmen

  • wissenschaftliches Personal

Von der gesamten Urlaubszeit entfallen:

  • 8 Wochen auf die Zeit vor der Geburt

  • 16 Wochen auf die Zeit nach der Geburt des Kindes

Zur Umsetzung der Initiative sollen Änderungen am Beamtengesetz, am Arbeitsrecht sowie am Gesetz über das Personal der Türkischen Streitkräfte vorgenommen werden.

Vergleich mit der Europäischen Union

In den Mitgliedstaaten der Europäischen Union unterscheiden sich die Regelungen zum Mutterschaftsurlaub, gelten jedoch insgesamt als sehr sozial:

  • In den meisten EU-Ländern liegt der Mutterschaftsurlaub zwischen 14 und 26 Wochen

  • In Frankreich beträgt er etwa 16 Wochen, in Deutschland 14 Wochen, ergänzt durch einen längeren Elternurlaub

  • In den skandinavischen Ländern liegt der Fokus auf einem langen, bezahlten Elternurlaub, der 40–50 Wochen oder mehr betragen kann und zwischen beiden Elternteilen aufgeteilt wird

Vor diesem Hintergrund bringt die Verlängerung des Mutterschaftsurlaubs in der Türkei auf 24 Wochen das Land näher an die obere Grenze der europäischen Standards heran.

Situation in den Vereinigten Staaten

Im Vergleich zu Türkei und EU ist die soziale Absicherung in den USA deutlich geringer:

  • Auf Bundesebene gibt es keinen verpflichtenden bezahlten Mutterschaftsurlaub

  • Das Bundesrecht garantiert lediglich bis zu 12 Wochen unbezahlten Urlaub (FMLA) und nur für bestimmte Arbeitnehmer

  • Bezahlte Programme existieren nur in einzelnen Bundesstaaten und hängen von regionalen Regelungen ab

Damit übersteigt selbst der derzeitige 16-wöchige Mutterschaftsurlaub in der Türkei bereits die bundesweiten Garantien in den USA, während 24 Wochen die Türkei als sozial stärker orientiertes Modell positionieren.

Unterstützung berufstätiger Frauen

Die Behörden betonen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen der Unterstützung berufstätiger Frauen, der Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie der Stärkung des sozialen Schutzes von Familien dienen sollen. Der Gesetzentwurf wird als Teil einer umfassenderen Reform der Sozialpolitik und des Kinderschutzes betrachtet.

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